Projekt: Hausaufgabenhilfe an der Eisgruschule
Die angekündigte Hausaufgabenhilfe an der Eisgrubschule findet unter Einsatz von insgesamt acht ehrenamtlichen Kräften statt. Was fanden wir vor? Etwa 20 GrundschülerInnen, überwiegend mit Migrationshintergrund, die mit Genehmigung ihrer Eltern und der Schule ihre Hausaufgaben machen sollen.
Zwei Klassenräume stehen uns z.Z. am Montag und am Mittwoch von 14.30 bis 16.00 Uhr zur Verfügung. In der Regel kommen an jedem Tag jeweils vier Helfer. Die Motivation zum Lernen kann lei-der nicht bei allen Kindern vorausgesetzt werden. Auch fehlen mit-unter Hausaufgabenhefte und Schulbücher, so dass die Kontrolle schwierig ist. Grundsätzliche Verständnisschwierigkeiten gibt es nicht.
Ein Mädchen kommt aus Afghanistan: Sie wohnt schon 5 Jahre in Deutschland und hat sich zur Realschule angemeldet. Zwei Brüder stammen aus Pakistan und wollen in den Ferien in ihre alte Heimat fliegen. "Kommt ihr denn wieder?" frage ich. "Ja, wegen der Schule" ist die Antwort. Dementsprechend eifrig sind sie bei der Sache. Wenn nur die Textaufgaben nicht so schwer wären! Einige türkische Jungen spielen lieber temperamentvollen Fußball.
Zur Steigerung der Effektivität unseres Einsatzes könnte ich mir als ehemaliger Schulleiter einer Grundschule noch Folgendes vorstellen:
- Intensiveren Kontakt zu den Lehrkräften
- Konsequente Kontrolle regelmäßiger Anwesenheit
- Zusammenstellung kleiner Lerngruppen
- Durchsetzen des notwendigen Lernklimas (ggf. Ausschluss vom Förderangebot)
- Überprüfung der Hausaufgaben anhand des Hausaufgabenheftes
- Bereitstellen von Lernspielen
Die Übernahme vorwiegend sozialpädagogischer Aufgaben sehe ich nicht im Auftrag unseres Projektes. Der beste Weg für die Kinder wäre meines Erachtens die Einrichtung einer Ganztagsschule.
Immerhin ist der ehrenamtliche Einsatz des Teams um Frau Schüler (St. Stephan) für die Kinder der Eisgrubschule ein wegweisendes Integrationsangebot.
Gerhard Meyer
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